Über
die Arbeit
Ein Bild ist manchmal genug Licht
für einen ganzen Abend.
Es gibt eine besondere Stille in einem Raum, in dem ein Bild hängt. Keine Abwesenheit — eine Anwesenheit. Das Bild hält das Licht ein wenig länger als die übrige Wand. Es erinnert sich an die Wärme des Morgens, noch lange nachdem der Morgen vergangen ist. Es bewahrt einen stillen Winkel des Tages und gibt ihn am Abend zurück, wenn man ihn braucht.
Diese Leinwände entstehen bei K. Samorodina, in einem stillen Atelier in Deutschland. Öl und Aquarell sind die Konstanten; Acryl und Tusche kommen und gehen mit den Jahreszeiten, so wie warmes Brot in einer Küche. Egal welches Medium — die Temperatur bleibt dieselbe: unbeirrbar warm, auf der Seite dessen, der den Raum betritt.
Jedes Bild beginnt und endet zwischen demselben Paar Hände. Es gibt keinen Atelierassistenten und keine Maschine, die hilft. Das Vollenden eines Bildes ist ein privates Gespräch zwischen der Malerin und einem Rechteck aus Leinwand, geführt über Wochen, bei kleinen Tassen Tee, bis das Rechteck zufrieden ist und nichts mehr zu sagen hat.
Wenn ein Stück fertig ist, wird es signiert, in weiches Papier gewickelt und mit einem kurzen Brief verschickt. Das Bild wird jahrelang in einem Zuhause leben; der Brief ist der erste Gast, den es mitbringt.
— Woher die Farben kommen
Den größten Teil des Jahres steht das Atelier in Deutschland — dasselbe Fenster, dasselbe Nordlicht, dieselben Pinsel in alten Gläsern. Die übrige Zeit ist sie unterwegs und sammelt Farbe, so wie andere Leute Rezepte sammeln.
Ein wenig vom späten Nachmittagsgold über den Weinbergen der Mosel, wenn der Fluss den Hang auf seinem Rücken hält. Ein wenig von Frankreich, das ebenso sehr mit seinen Küchen malt wie mit seinen Himmeln — das Ocker einer sonnengewärmten Wand, das Violett eines Abendtisches, gedeckt für Freunde. Ein wenig von Spanien, wo das Licht so großzügig ist, dass es fast alles verzeiht. Ein wenig von den Alpen, mit ihrem präzisen, artikulierten Blau — der Farbe, die kalte Luft annimmt, wenn sie endlich aufhört, unfreundlich zu sein. Ein wenig vom langsamen Italien der späten Nachmittage und alten Gärten, das seit Jahrhunderten dasselbe Gold verfeinert und es nicht eilig hat, fertig zu werden.
Jede Leinwand bringt ein wenig von diesen Reisen mit nach Hause. Du nimmst etwas davon mit, wenn du das Bild mitnimmst.
— Farbe als kleine Freundlichkeit
Farbe ist keine Dekoration. Farbe ist eine kleine Freundlichkeit im Raum. Ein gutes Bild an der Wand tut, was ein guter Freund am Küchentisch tut: es hört zu, ohne zu reden, es wärmt den Raum, ohne es zu versuchen, und es bleibt, nachdem alle anderen schon nach Hause gegangen sind.
Diese Werke entstehen in diesem Geist. Sie sind für den Flur, das Schlafzimmer, die Küche, die Ecke des Schreibtisches, in der die Lampe zu lange brennt und der Tag zu lang gewesen ist. Sie sollen mit einem leben — Gesellschaft sein, nicht Katalog.
— Das Geheimnis des Machens
Kein Maler kann ganz erklären, wie eine fertige Leinwand ankommt. Ein Morgen beginnt; eine Farbe wird gemischt; ein Pinsel berührt eine Oberfläche; und irgendwo in der Mitte dieser kleinen, wiederholbaren Zeremonie wird ein Bild zu sich selbst. Es ist die älteste sanfte Magie im menschlichen Repertoire, und sie wird mit Übung nicht weniger erstaunlich. Das Atelier ehrt dieses Geheimnis, indem es nicht versucht, es zu erklären.
— Ein paar leise Grundsätze
- Keine KI im Bild selbst — höchstens manchmal beim Lesen der Post.
- Kein Newsletter, keine Verteilerliste, kein Tracking. Das Bild kommt an; man lernt sich kennen; das ist die ganze Beziehung.
- Preise werden auf Anfrage genannt, in einer kurzen Antwort, mit einfachen Worten — so, wie man einem Nachbarn einen fairen Preis nennt.
- Jedes Stück reist mit leiser Dokumentation. Reproduktionen, falls es sie je gibt, sind deutlich als solche gekennzeichnet.
- Ein Bild wird nie verkauft, um eine Wand zu füllen. Es wird verschickt, um jemandem Gesellschaft zu leisten.
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